Der Ulmer Oberbürgermeister präsentierte bei der CDU-Zuhör-Tour die Digitalstrategie von Ulm. Die Begeisterung der Menschen sei wichtig, sagte er.

Gunter Czisch spricht bei der CDU. Foto: Ansgar Taschinski

Der Ulmer OB stellte das dortige Digitalisierungskonzept vor. Foto: bz

Wie Digitalisierung auf kommunaler Ebene gelingen kann, das präsentierte am Mittwoch der Ulmer Oberbürgermeister Gunter Czisch im Rahmen der Zuhör-Tour des CDU Stadtverbands. Czisch stellte Strategien aus der "Zukunftsstadt" Ulm vor.
"Ich will einen anderen Blick auf das Thema Digitalisierung vermitteln", sagte Czisch zu Beginn seines Vortrags. Czisch ist seit 2016 Oberbürgermeister der Stadt Ulm und maßgeblich für deren digitale Agenda verantwortlich. Seit über 20 Jahren beschäftige er sich mit der Digitalisierung. Diese werde zahlreiche Veränderungen mit sich bringen, gerade auf dem Arbeitsmarkt. Deutschland hinke weltweit im Breitbandausbau hinterher. Umso wichtiger sei es, den Ausbau des neuen Mobilfunkstandards 5G gut zu planen. Auch die Mobilität werde in den nächsten Jahren ein zentrales Thema, so Czisch.

Eigene Infrastruktur sorgt für Selbstbestimmung

Eine zentrale Rolle bei der Digitalisierung spielten die Stadtwerke, so Czisch. Diese hätten ein breites Glasfasernetz installiert. Alle ans Glasfasernetz anzuschließen sei billiger als ein zerstückeltes System. Das Netz stehe allen Anbietern offen, dem stadteigenen Telekommunikationsunternehmen wie privaten Anbietern.

Für die kommunale Selbstbestimmung sei eine eigene Infrastruktur zentral, so Czisch, auch um allen Bürgern mit bezahlbaren Angeboten Teilhabe zu ermöglichen.

Bei der Frage der Standortpolitik müsse man sich jetzt Gedanken um die Zukunft machen. "Es geht um die Grundlagen der Entwicklung einer Region", so Czisch. Dazu gehöre auch, Fähigkeiten zu entwickeln, die Arbeitsplätze schaffen. Mit Hilfe von digitaler Technik könne man eine Stadt lebenswerter gestalten. Czisch zeigte Beispiele aus Ulm: "Wir denken vom Nutzer aus und suchen einfache und bezahlbare Lösungen." Dabei setze die Stadt auf eine enge Zusammenarbeit zwischen Gesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft sowie auf ehrenamtliche Helfer. "Es braucht ein paar, die vorausmarschieren", so der Ulmer OB. In einem Innovationslabor etwa könnten Gruppen eigene Projekte vorantreiben.

Ulrike Krämer will Ideen mit Bürgern entwickeln

Unter dem Titel "Zukunftsstadt" wolle man neue Ideen entwickeln und Alltagsprobleme lösen – Digitalisierung müsse schließlich das Leben der Menschen besser machen. Und: Emotional erlebbar müsse die Digitalisierung werden, um Begeisterung zu wecken. Etwa ein Drittel der Bevölkerung stehe dieser skeptisch bis ablehnend gegenüber. "Ich rate jedem Kommunalpolitiker, sich nicht nur mit dem Schlagwort, sondern auch mit der Technik zu beschäftigen", so Czisch. In der anschließenden Fragerunde wurde deutlich, dass es im Ulmer Konzept weniger auf große Summen und teure Experten ankommt, sondern vielmehr auf begeisterte Menschen vor Ort.

"Der neu gewählte Gemeinderat muss sich ganz schnell mit dem Thema Digitalisierung auseinandersetzen", forderte Ulrike Krämer, Vorsitzende der Lörracher CDU. Statt Lösungen von oben zu diktieren, müsse man die Leute fragen, was sie sich von der Digitalisierung erwarten und gemeinsam Ideen entwickeln.

Von Ansgar Taschinski

Ansprechpartnerin

Ulrike Krämer

+49 7621 52042
u.kraemer66@gmail.com

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