LÖRRACH. Besser früher an später denken. Diese Maxime machte sich die SPD-Gemeinderatsfraktion zu eigen und stellte den Antrag, sich schon jetzt an die Erarbeitung eines städtebaulichen Entwicklungskonzeptes zu machen hinsichtlich der frei werdenden Krankenhaus-Areale. Auch die Verwaltung hat vor, hier frühzeitig aktiv zu werden, und so fand der Antrag im Gemeinderat einhellige Zustimmung.
m Jahr 2025 soll das neue Zentralklinikum eingeweiht werden. Ob dieser Termin am Ende zu halten sein wird, da war manch ein Gemeinderat skeptisch, aber man will auf jeden Fall rechtzeitig vorbereitet sein. Das Gelände des jetzigen Krankenhauses in der Spitalstraße wird dann frei und fällt an die Stadt, auch für das benachbarte Vogelbach-Areal ist eine Entwicklung denkbar und wünschenswert. Und das Gelände des St. Elisabethenkrankenhauses wird ebenfalls frei von seiner jetzigen Nutzung.

Viel Raum also für eine innerstädtische Entwicklung. Auch Bürgermeisterin Monika Neuhöfer-Avdic betonte, wie wichtig es sei, rechtzeitig die Ziele festzulegen. Mit Vorarbeiten sei sie bereits beschäftigt, nach der Kommunalwahl und nach der Sommerpause will sie damit in den Gemeinderat gehen. Formate für die Bürgerbeteiligung müssten gefunden werden, für die Entwicklungsarbeit rechnet sie mit eineinhalb Jahren.

Christiane Cyperrek (SPD) erinnerte daran, dass diese Dinge Zeit brauchten, dass es keine Projekte ohne Bürgerproteste mehr gebe und man deshalb durch Bürgerbeteiligung eine tragfähige Lösung finden müsse. Im Hinblick auf die Nutzung sprach sie von dringend benötigtem Wohnraum, aber auch von Pflegestrukturen, die gebraucht werden. Ein Verkehrskonzept sei bei der Umnutzung solch großer Flächen dringend nötig. Dabei stellte sie die Frage, ob das ohne städtischen Verkehrsplaner überhaupt möglich sei. "Es geht hier um die große Linie für die Stadt", sagte Cyperrek. Sie forderte mehr Information hinsichtlich der Ziele, der Bürgerbeteiligung und des Zeitplans.
CDU will ein Zukunftsbild für die Gesamtstadt

Die CDU hatte einen ähnlichen Antrag gestellt und bat darum, diese Fragen mit einem Zukunftsbild für die Gesamtstadt zu verknüpfen, sagte Ulrike Krämer. Dazu beantragte sie, Fördermittel des Landes für Quartiersentwicklung abzurufen, was ideal etwa auf das Krankenhausareal passen würde. OB Jörg Lutz sagte, es würden alle Fördermöglichkeiten geprüft. Der spezielle Antrag wurde in den Beschluss aufgenommen. Auch Margarete Kurfeß (Grüne) betonte: "Wir brauchen Wohnungen und Pflegeeinrichtungen." Für das St. Elisabethenareal müsse man zwar Ziele festlegen, das Gelände sei aber im Eigentum der Kirche, die es üblicherweise nicht ohne Weiteres verkaufen werde. Sie lobte den früheren OB Rainer Offergeld, der weitsichtig dafür gesorgt hat, dass das Gelände des Kreiskrankenhauses am Ende nach der Nutzung an die Stadt fällt.

Auch Hans-Peter Pichlhöfer (Freie Wähler) betonte, das Planungskonzept müsse schnellstmöglich erarbeitet werden. Dietmar Ferger hatte als Zuhörer eine Zwischennutzung des Kreiskrankenhauses für Landratsamt oder Rathaus ins Gespräch gebracht, wenn diese Gebäude saniert würden. Darauf hieß es, die Sanierung des Landratsamtes sei erst einmal vom Tisch und ob es mit dem Rathaus zeitlich passe, sei ungewiss. Monika Neuhöfer-Avdic betonte abschließend: "Auch mein Ziel ist es: Wenn das Klinikareal frei wird, will ich wissen, was dort passiert."

Von Thomas Loisl Mink

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