LÖRRACH. Während in Berlin um die Nachfolge Angela Merkels gerungen wird, konzentrierte sich die CDU-Seniorenunion Lörrach beim "Herbstnachmittag" im Café "Schwalbenäscht" auf kommunale Themen.

Besonders eine bessere Gesundheitsversorgung wurde diskutiert. Zudem stellte sich die neu gewählte Vorsitzende der CDU Lörrach, Ulrike Krämer, den Fragen der Mitglieder.
"Die Senioren sind die größte Bevölkerungsgruppe in Deutschland", stellte der Vorsitzende der Seniorenunion Lörrach Peter Horn gleich zu Beginn fest. Zudem gingen ältere Menschen öfter zur Wahl. Daraus ergäben sich politische Einflussmöglichkeiten. Allerdings stelle sich die Frage, welche konkreten Maßnahmen für Seniorinnen und Senioren durch die CDU Lörrach tatsächlich vorangebracht würden. Insbesondere bei den Themen Gesundheitsversorgung, Wohnen im Alter und Sicherheit wollte er von der Vorsitzenden der CDU Lörrach, Ulrike Krämer, wissen, welche Vorhaben die Partei in diesen Bereichen geplant habe.
Krämer betonte zunächst, dass der Vorstand der CDU Lörrach zunächst den direkten Kontakt zu den Mitgliedern und den Bürgerinnen und Bürgern suche. Dazu gebe es neben Fragebögen und Feedbackmöglichkeiten auf der Webseite auch die "Zuhör-Tour", die sich unter anderem am 23. November mit dem Thema des demografischen Wandels beschäftige. Krämer betonte, dass die Partei im Gemeinderat zwar Impulse geben und eine Richtung vorgeben könne, die Umsetzung einzelner Ziele jedoch stets ein Ringen um Kompromisse mit dem gesamten Gemeinderat sei.

Mit Ursula Vollmer habe sich die CDU Lörrach bereits seit langem für eine aktivere Seniorenpolitik eingesetzt, so Krämer. Zudem wolle man sich dafür einsetzen, dass die Stelle der Seniorenbeauftragten von 50 auf 100 Prozent erhöht werde. Dies hatte in der letzten Sitzung des Gemeinderats die SPD beantragt.

Im Bereich Verkehr wolle man ein Gesamtkonzept durch einen Verkehrsplaner, so Krämer. Kritisiert wurde der Radverkehr in der Innenstadt. Immer wieder führen Radfahrer ohne Rücksicht durch die Fußgängerzone. Hier brauche es Kontrollen durch die Behörden. Lebhaft diskutiert wurde die Verbesserung der Gesundheitsversorgung in der Stadt. Während Krämer betonte, dass man bei grundlegenden Veränderungen als Kommune wenig gestalten könne, forderte Horn, zumindest eine Debatte in Schwung zu bringen. Viele Mitglieder beklagten insbesondere einen Mangel an Fachärzten. Es könne nicht sein, dass man für einen Facharzttermin zum Teil nach Freiburg geschickt werde, so Horn.
Diskutiert wurde auch der Mangel an Baugrundstücken. Horn forderte eine aktive Grundstückspolitik seitens der Stadt. Nur wenn die Stadt selbst Grundstücke besitze, könne sie auch gestalten. Es wurden auch politische Maßnahmen diskutiert, um die Spekulation mit Grundstücken zu unterbinden und leerstehende Grundstücke zur Nutzung freizugeben.

Thema war auch die Programmgestaltung des Burghofs Lörrach. Krämer sagte, die Ausgaben für die Kultur seien wichtig. Allerdings müssten am Ende die Lörracher Bürgerinnen und Bürger auch mit dem Angebot zufrieden sein. Die Mitglieder der Seniorenunion beklagten, dass der Burghof kein Ersatz für die bürgernahen Veranstaltungen der ehemaligen Stadthalle sei. Mittlerweile sei das kulturelle Angebot in Schopfheim besser als in Lörrach. Zum Abschluss forderte Horn die Seniorenunion auf, gemeinsam etwas zu tun und sich weiter Gehör zu verschaffen.

Von Ansgar Taschinski
Fr, 09. November 2018
Lörrach

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