Zu den Schülerdemonstrationen für Klimaschutz hat derzeit fast jeder eine Meinung, die er oder sie kundtut – selbstredend auch wieder wir. Endlich interessiert sich die Jugend für Politik, heißt es da, oder die Schüler und Schülerinnen sollen doch bitte der Schulpflicht nachkommen. Christian Lindner spricht den Jugendlichen gar die Kompetenz für das Thema ab, das sei "eine Sache für Profis". Dabei ignorieren alle Wortmeldungen die eigentliche Forderung der Schüler: Die Politiker sollen endlich tatsächlich das Klima schützen, anstatt nur darüber zu reden. Einige Lörracher Kommunalpolitiker haben am Freitag einen Schritt in diese Richtung gewagt. Sie haben die Demonstrierenden zum Dialog eingeladen. Ein Dialog bedeutet zwar auch erstmal nur, dass man redet. So gab es beim "After Talk" dann auch einige Floskeln, sodass eine Schülerin die Politiker darum bat, sich nicht hinter ihrer Politikersprache zu verstecken. Und trotzdem haben Gudrun Heute-Bluhm und ihre Kollegen den Schülern so gezeigt, dass sie sie ernst nehmen. Durch das Angebot zum Dialog selbst, aber auch konkret. Da wiederholt Fragen zum Thema Abholzung kamen, erbot sich Michael Kauffmann, im Landratsamt zuständig für den Ländlichen Raum, einer Schülergruppe im Wald die Forstwirtschaft zu erklären. Und Heute-Bluhm will Treffen mit dem Umweltminister und der Kultusministerin organisieren, damit die Schüler ihre Fragen zur Klimapolitik und zu Klimafragen im Lehrplan direkt an diese richten können. Hoffentlich bleiben die Jugendlichen ihren eigenen Forderungen treu und lassen den Worten Taten folgen.

Von Dora Schöls
schoels@badische-zeitung.de

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