Workshop bei der CDU-Zuhör-Tour diskutiert über die Quartiersentwicklung der Zukunft / Leiterin sieht viel Potenzial in der Stadt.


Expertin Simone Fischer leitete den Workshop. Foto: Taschinski

LÖRRACH. Bei der Zuhör-Tour des CDU-Stadtverbands ist in der Werkstatt der Lebenshilfe Lörrach über die Quartiersentwicklung diskutiert worden. "Wie wollen wir leben? Quartiersentwicklung neu denken – ist Inklusion die Antwort auf demografische Herausforderungen?", lauteten die Fragen. Die Beauftragte für Menschen mit Behinderung der Stadt Stuttgart, Simone Fischer, leitete den Workshop. CDU- und SPD-Stadträte, Mitarbeiter von Pflegeeinrichtungen und der Schöpflin-Stiftung debattierten darüber. Nur gemeinsam, so Ulrike Krämer (CDU), sei es möglich, alle mit einzubeziehen.
"Wie können wir in der Stadt leben, so dass alle sich mitgenommen fühlen?", fragte Simone Fischer. Bei der Gestaltung von Quartieren denke man zu oft nur aus einer Perspektive und jeder nur in seinen Strukturen. Stattdessen brauche es eine Vernetzung, um junge und alte Menschen in Kontakt miteinander zu bringen, genauso wie Menschen mit einer Behinderung mit Menschen mit Migrationshintergrund. Dazu brauche es jemanden, der alles koordiniert und organisiert. "Ich bin der Überzeugung, dass eine Kommune das gut kann", so Fischer.

Der Begriff Inklusion werde oft nur in Verbindung mit Behinderung gebraucht, dabei bedeute er, dass alle Menschen teilhaben können, sagte Fischer. In Lörrach gebe es viel Potential, etwa in der Kita am Sonnenplatz, die in einem Seniorenheim untergebracht ist. Auch Orte zur Gestaltung fänden sich, etwa das ehemalige KBC-Areal oder das Gelände neben der Schöpflin-Stiftung. Die Frage laute: "Was wollen Sie daraus machen in Ihrer Stadt?"

Bei der Diskussion über Gestaltungsmöglichkeiten auf dem Gelände des Kreiskrankenhauses im Stadtzentrum wurde schnell klar, dass es beim Wohnungsbau nicht darum gehen könne, nur ein paar behindertengerecht zu gestalten. Vielmehr müssten sämtliche Wohnungen behindertengerecht sein. Auch eine effiziente Energieversorgung und gute Infrastruktur mit Einkaufsmöglichkeiten und ärztlicher Versorgung gehöre dazu. Zugleich sollte mehrstöckig gebaut werden, um den Platz effizient zu nutzen.

In der anderen Gruppe verlief die Diskussion über Chancen und Probleme von Quartiersprojekten etwas allgemeiner. Dabei wurde die große Bedeutung von Experten deutlich, die Initiativen coachen und ihre Expertise weitergeben. Nachbarschaftsarbeit sei wichtig und Treffpunkte wie Cafés. Bürgerbeteiligung entbinde eine Kommune nicht davon, selbst Engagement zu zeigen. Es sei wichtig, miteinander im Gespräch zu bleiben, so Fischer. Zudem brauche es Förderung, wenn man Bürgerbeteiligung ernst nehme, etwa durch die "Allianz für Beteiligung", städtebauliche Förderung oder die Förderung der Quartiersbeteiligung durchs Sozialministerium. Krämer sagte: "Es ist wichtig, dass wir nicht immer nur aufs Geld schauen, sondern dass wir vielmehr Ideen zusammenbringen und vernetzter denken." Ziel sei es, die Stadt so zu gestalten, dass sich jeder wohlfühlt.

Von Ansgar Taschinski

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