Lörrach - Nicht jeder muss das Rad neu erfinden. Um von den Erfahrungen anderer Städte zu profitieren, hat der CDU-Stadtverband Lörrach den Ulmer Oberbürgermeister Gunter Czisch eingeladen, um im Rahmen der „Zuhörtour“ über den Ausbau der digitalen Zukunft zu berichten.

Gudrun Heute-Bluhm (l.), Gunter Czisch und Ulrike Krämer. Foto: Gottfried Driesch

Mit Hilfe der Stadtwerke soll in Ulm das ganze Quartier Alter Eselsberg zugleich digital und sozial ausgebaut werden. „Jedes Haus wird ohne Kostenbeteiligung an das Glasfaserkabel angeschlossen“, berichtete Czisch. Dabei solle das Netz für alle Anbieter frei verfügbar sein. Dies sei neu, denn bisher würde der, der das Netz errichtet hat, alle anderen aussperren.
Digitalisierungsstrategie: Ulm als Modellstadt prämiert
Die Stadt Ulm mischt im Bundeswettbewerb „Zukunftsstadt 2030“ ganz vorn mit. Das Land Baden-Württemberg hat Ulm dafür als Modellstadt in seiner Digitalisierungsstrategie prämiert.
„Innovationspartnerschaften in der Stadt Ulm – interdisziplinäre Zusammenarbeit im Zeitalter der Digitalisierung“ hieß die CDU-Veranstaltung im Autohaus Kestenholz. Angesprochen waren besonders Vertreter des Lörracher Wirtschaftslebens. Als Vertreterin des Städtetages Baden-Württemberg und Moderatorin der anschließenden Diskussion war die ehemalige Lörracher Oberbürgermeisterin Gudrun Heute-Bluhm gekommen.
Es ginge um die Wertediskussion, den demografischen Wandel und konkret um die Digitalisierung, sagte die Vorsitzende des CDU-Stadtverbandes, Ulrike Krämer, als Einleitung. Die Digitalisierung beschränke sich aber nicht auf die Geräte, führte Czisch aus. Vielmehr ginge es um eine partnerschaftliche Verbindung von Menschen, Industrien und Verwaltung. Beim Breitbandausbau stünde Deutschland international immer noch auf einem der hintersten Plätze. Charakterisierend dafür sei der Ausspruch: „5G (der schnelle Mobilfunkstandard) ist nicht an jeder Milchkanne notwendig“, den Bundesforschungsministerin Anja Karliczek kürzlich verbreiten ließ.
Nach wie vor gebe es eine Vertrauenskrise im Umgang mit Daten, geschürt von Google und Facebook, so Czisch. „Man braucht viel Mut zum Risiko, dass auch mal was nicht so rund läuft.“
Die Mobilität der Zukunft bringe viele Herausforderungen mit sich. Diese ließen sich nur mit Einsatz der digitalen Technik meistern. Junge Unternehmen haben laut Czisch in Ulm tatkräftig mitgeholfen, durch die Initiative der Stadtwerke mache die Digitalisierung einen großen Sprung. „Das Geld ist nicht entscheidend. Man braucht Leute, die Spaß an der Entwicklung haben“, so der Ulmer OB.
Ein Besucher machte auf den Verein Lörrach innovativ aufmerksam, der sich genau mit diesen Themen befasse. Der Verein plant und organisiert Netzwerkveranstaltungen und will nach eigener Aussage Menschen in Projekten rund um Digitalisierung, Internet der Dinge und Industrie 4.0 zusammenbringen, um gemeinsam zu arbeiten, Neues zu entdecken und in die Tat umzusetzen.

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