Diskussionsrunde - CDU-Bundestagswahlkampf steht im Zeichen des Klimaschutzes / Bürger mit ins Boot holen

Kreis Lörrach (wer). Kann die CDU Klimaschutz? Dieser Frage widmete sich die CDU im Rahmen ihrer Online-ZuhörTour am Dienstagabend. Andreas Jung, stellvertretender Vorsitzender der Bundestagsfraktion, sprach über die aktuellen Ziele des Klimaschutzes in der CDU und über die wichtigsten Vorhaben in der nächsten Legislaturperiode. Eingeladen waren zudem Vertreter aus Handwerk, Mittelstand und der Oberbürgermeister von Ravensburg, Daniel Rapp. Moderiert wurde die Veranstaltung von Gudrun Heute-Bluhm, umweltpolitische Sprecherin der CDU-Kreistagsfraktion. „Klimaschutz ist unser Thema“, erklärte Jung und verwies auf die christlichen Werte der Partei. „Wir verstehen uns als Bewahrer unserer Heimat.“ Klimaschutz sei zudem eine Überlebensaufgabe für die Wirtschaft. Klimaschutz, Wirtschaft und die soziale Komponente gehörten zusammen. Die CDU setze bei ihren Maßnahmen auf nachhaltiges Wachstum und Innovation. Was hat die CDU in der endenden Legislatur gemacht? Für das Jahr 2019 sah er die Union in der Defensive. „Die Antwort auf die Frage, wie die ehrgeizigen Klimaschutzziele erreicht werden können, fiel uns nicht leicht“, so Jung weiter. Er betonte, dass das Klimapaket wirke und die gesteckten Ziele erreicht werden könnten. Gleichwohl müsse das Klimaschutzgesetz nachgebessert werden. „Wir wollen früher als andere die Klimaneutralität erreichen.“ Dementsprechend soll der Ausbau erneuerbarer Energien beschleunigt werden. Und: Die Wasserstoffstrategie sei von großer Bedeutung, schließlich wolle man Industrieland bleiben und die Mobilität stärken. „Die Industrie soll nicht abwandern“, erklärte Jung. Wasserstoff helfe, energieintensive Industrien klimaneutral zu machen, hieß es weiter. Zudem habe der Staat eine Botschaft an die Industrie: „Wenn Ihr investiert, wird es sich auch lohnen.“ Mit Blick auf die soziale Komponente des Klimapakets hatte Jung eine Botschaft an die Bürger: Mit der möglichen Abschaffung der EEG-Umlage werde der Strom wieder billiger. „Das spürt jeder Bürger im Geldbeutel.“ Die CO2-Bepreisung sei derweil gerechter, befand Heute-Bluhm. Dass die Bürger, Gemeinden und Städte bei der Umsetzung der Klimaschutzmaßnahmen die wichtigste Rolle spielten, betonte Ravensburgs OB Patrick Rapp. So wurde ein Klimarat gegründet. Das Expertengremium soll die Umsetzung der Klimaschutzziele überprüfen und die Verwaltung beraten. Weiter hat der Gemeinderat den Klimakonsens beschlossen, der verschiedenen Maßnahmen umfasse – insbesondere in den Bereichen Mobilität und Wärme im Gebäudesektor. „Wir beschreiten den Weg ins Wasserstoff-Zeitalter“, betonte Rapp. Erdgas sei jedenfalls nicht die Zukunft in einer dekabonisierten Welt. Unter anderem setze Ravensburg auf Geothermie, ein weiterer Ausbau des Erdgasnetzes soll nicht mehr erfolgen.

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