Zu den Themen Klimaschutz und Energiewende hatte die CDU-Kreistagsfraktion Volker Kienzlen, den Geschäftsführer der Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA), für einen Vortrag gewinnen können. Dabei erfuhren die Zuhörer unter anderem, was Kommunen gegen den Klimawandel tun können und warum Städte nicht einem Donut ähneln sollten. Von Adrian Steineck

Kreis Lörrach. Die „Fieberkurve“ für Baden-Württemberg, die Kienzlen zu Beginn seines Vortrags zeigte, machte die gut 30 Zuhörer im Hebelsaal des Dreiländermuseums in Lörrach nachdenklich. So wurde anhand von Wärmestreifen visualisiert, dass die Emissionen von Kohlenstoffdioxid (CO 2) seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs im Jahr 1945 kontinuierlich ansteigen. „Es ist noch kein Plateau in Sicht“, sagte der aus Karlsruhe angereiste Referent.
Kienzlen legte auch dar, dass nicht alle Energie, die derzeit noch aus fossilen Brennstoffen gewonnen wird, vollständig durch Bioenergie gedeckt werden kann. Dafür sei der Energiebedarf etwa im Bereich der Mobilität derzeit schlicht zu hoch. „Deutschland wird immer ein Energieimportland bleiben“, zeigte der KEA-Geschäftsführer sich überzeugt. Aber das Ziel auf Bundes- und Landesebene müsse sein, dass ein möglichst hoher Anteil am Energiebedarf durch Selbsterzeugung gedeckt werden kann, um nicht von Zulieferern abhängig zu sein.

Zugleich zeigte Kienzlen auf, was jede einzelne Kommune tun könne, um den Bürger bei der Energiewende mitzunehmen. In erster Linie gelte es, die städtischen Gebäude energietechnisch auf den neuesten Stand zu bringen, denn die Kommune habe Vorbildfunktion. „Wenn die öffentlichen Gebäude nicht energietechnisch saniert sind, fragt sich der Bürger, warum er das dann bei sich tun soll“, sagte der Referent.
Bereits die Stadtplanung müsse hier ansetzen. So plädierte Kienzlen für eine „Stadt der kurzen Wege“ und hob die Bedeutung eines lebendigen Ortszentrums hervor. Mit „Donut-Dörfern“, die wie das runde Gebäck mit dem Loch in der Mitte und dem Zuckerguss am Rand aufgebaut seien, ließe sich keine Energiewende bewerkstelligen. Auch gelte die Maxime „Lebensqualität statt Parkraum“, müsse es doch laut Kienzlen so unattraktiv wie möglich gemacht werden, mit dem Auto direkt vor den Bäcker zu fahren. Zum Schluss sagte Kienzlen: „Wir können den Klimawandel nicht aufhalten, aber begrenzen.“
Gudrun Heute-Bluhm, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Städtetags Baden-Württemberg und Sprecherin der CDU-Kreistagsfraktion im Umweltausschuss, moderierte die anschließende Diskussion. Die Zuhörer, unter ihnen Vertreter der CDU-Kreistagsfraktion, besprachen das Gehörte noch intensiv.

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