Kommunalwahl - Lörracher CDU-Vorsitzende meistert Wahlkampf mit organisierter Teamarbeit

Halb im Schlaf noch kam der Vorsitzenden der Lörracher CDU, Ulrike Krämer, um fünf Uhr morgens eine Idee für die neue Homepage des Stadtverbands. Deren Umsetzung sollte nicht lange auf sich warten.

■ Von Denis Bozbag

Lörrach. »Als ich versucht habe, mich sogleich mit den Zugangsdaten ins Content Management System der Website einzuloggen, konnte ich erst nicht rein. Ich sah, dass meine Kollegin und Mitglied des Kreis- und Bundesvorstands, Gudrun Heute-Bluhm, noch im System angemeldet war und dachte, dann schreibe ich ihr eine Nachricht, dass sie sich gleich abmeldet, sobald sie wach ist«, schildert Krämer im Gespräch mit unserer Zeitung. Doch die Antwort kam nicht erst Stunden später, sondern prompt, denn auch Heute-Bluhm war wach. Noch wach.

Eine Woche vor dem offiziellen Wahlkampfauftakt arbeiteten die beiden Frauen abwechselnd am Tag und während der Nacht an den letzten Aktualisierungen. Am 13. April konnte die neue Webpräsenz während einer Social-Media-Schulung den anderen CDU-Mitgliedern vorgestellt werden.
Für Krämer begann der Wahlkampf jedoch bereits im August des vergangenen Jahres. »Wir haben geeignete Kandidaten gesucht, die sich für die Stadt einsetzen und sie zusammen mit uns lebenswerter machen wollen. Dies ist uns auch gelungen«, erklärt Krämer. Wichtig sei gewesen, dass die neuen Gesichter der Partei einen repräsentativen Querschnitt der lokalen Bevölkerung abbilden. Sei es durch das Geschlecht und das Alter oder sei es durch den beruflichen Hintergrund des jeweiligen Kandidaten. 32 habe man in zahlreichen Gesprächen für die kommende Wahl gewinnen können. Hilfreich dabei sei zudem die vergangenen Herbst organisierte Zuhör-Tour gewesen: »Dadurch, dass wir recht früh mit unseren Themen an die Öffentlichkeit gegangen sind und bei Veranstaltungen den direkten Dialog mit den Bürgern gesucht haben, konnten wir die Kandidaten schnell in die Themen einbinden«, erläutert die stellvertretende Vorsitzende Petra Höfler. Die Tour habe es ermöglicht, die Kandidaten schon früh kennenzulernen und einen Prozess der Vertrauensbildung in Gang zu setzen. »Die Bürger fühlten sich in ihren Belangen ernstgenommen, und die Kandidaten konnten wiederum dazu motiviert werden, sich für diese einzusetzen«, erklärt Höfler die wechselseitige Dynamik der kommunalpolitischen Arbeit.
Nach der Nominierungsveranstaltung am ersten Februar in der Brauerei Lasser mit rund 80 Parteimitgliedern begann der bürokratische Teil des Wahlkampfs. »Es mussten bis zum 28. März alle relevanten Wahlunterlagen beim Rathaus eingereicht sein, verdeutlicht Krämer. Nicht immer eine schnell erledigte Aufgabe, da es jede Menge Unklarheiten bei den Informationen der Kandidaten geben kann wie zum Beispiel ein falsch geschriebener Name. »Zwei Tage haben wir zeitlich darauf verwendet, all diese Unterlagen gesetzeskonform auszufüllen und den Nachfragen der Ämter nachzukommen«, sagt Höfler.
Stehen alle Kandidaten fest und sind alle behördlichen Schritte eingeleitet, kann es an die Gestaltung der Werbemittel gehen – vor allem der Broschüren und der Flyer. »Wir wollen uns als Team präsentieren. Deshalb haben wir großen Wert darauf gelegt, dass wir alle Kandidaten auf den Flyern abbilden, in verschiedenen Gruppenbildern vor bekannten Skulpturen in Lörrach. Vier Motive haben wir für die Fotos ausgewählt. Auch Einzelportraits für die neue Webseite mussten erstellt werden«, berichtet Krämer. Alle Kandidaten zu einem Fototermin zusammenbringen, sei nicht einfach gewesen. Das Flyer-Team bestehend aus dem Zweiergespann Krämer-Höfler sowie drei weiteren Parteikollegen hat in mehreren Meetings an einer kreativen Umsetzung gearbeitet, für die in der freien Wirtschaft womöglich mehrere Agenturen nötig gewesen wären. Obwohl alles als Team erledigt wird, und Krämer sich nicht als Wahlkampfmanagerin sieht, braucht es jemanden, der die Fäden in der Hand behält. »Ich denke, ich habe vielleicht etwas zu viel die Hand auf allen Dingen, das kann gut sein, aber: Jemand muss die Termine im Blick behalten, Erinnerungsmails schreiben und schauen, dass alle Kandidaten die Inhalte des Wahlkampfs intus haben«, lacht Krämer, die den Wahlkampf wie alle anderen nebenberuflich und ehrenamtlich zu bewerkstelligen hat.
Neben dem Fraktionszimmer im Rathaus sei ihr Wohnzimmer ihr zweites Büro. Eine Art heimische Koordinationszentrale, die gerade jetzt in Papiermassen zu versinken droht. Für den eigentlichen Straßenwahlkampf, wenn an mehreren Terminen die Woche der CDU-Stand in der Stadt aufgebaut wird, hat Krämer die Teams in Schichten eingeteilt, alle Kandidaten auf das Wahlprogramm eingeschworen und sich darauf vorbereitet, den Sorgen der Bürger ein offenes Ohr zu schenken: »Mir macht der direkte Kontakt zu den Menschen großen Spaß. Ihnen unsere Inhalte und Ziele zu vermitteln und dabei herauszufinden, wo der Schuh drückt, dafür werde ich bei jedem Termin persönlich vor Ort sein«, verspricht Krämer. »Fünf Tage werden für die Wahlstände dieses Jahr vom Urlaub abgehen. Diese Zeit für den direkten Bürgerdialog zu investieren, lohnt sich allemal.«

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Ulrike Krämer

+49 7621 52042
u.kraemer66@gmail.com

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