Samuel Roths im Gespräch mit Gudrun Heute-Bluhm. Foto: Regine Ounas-Kräusel Foto: Die Oberbadische

Dies sagte Samuel Roths, Student im Wirtschaftsingenierwesen mit Schwerpunkt Verkehr, am Mittwoch bei der „Zuhör--Tour“ der CDU. Er hielt dort einen Vortrag über nachhaltige Mobilität.
Zunächst müsse man sich klar machen, welche Bedürfnisse die Menschen an die Mobilität haben, sagte er. Sie wollten sich individuell bewegen, kurze Wege zum Verkehrsmittel haben und als Pendler entspannt, gepflegt und nicht verschwitzt am Arbeitsplatz ankommen. Das Auto empfänden Viele als unkompliziert: „Man kann sich reinsetzen und losfahren.“
Roths nannte vier Grundprinzipien, damit auch der öffentlichen Nahverkehr diese Bedürfnisse erfüllt. Zumindest auf den Hauptstrecken, egal ob Bus oder Bahn, werde mindestens ein 60-Minuten-Takt benötigt. In der Stadt sollten Buslinien auf Stammstrecken gebündelt werden, wodurch dichte Taktzeiten entstehen. Überlandlinien fahren alle Orte an der Strecke an. Knotenpunkte und abgestimmte Taktzeiten ermöglichen Fahrgästen das Umsteigen.

Für die Stadt Lörrach schlug Roths Stammstrecken zum Beispiel vom Bahnhof Stetten nach Brombach und Tumringen vor mit Knotenpunkten etwa an den S-Bahn in Stetten, am Hauptbahnhof und in Brombach oder am Parkschwimmbad.
Die S-Bahn bilde ebenfalls eine Hauptachse, auch eine wiederbelebte Tram könne einbezogen werden. Er zeigte auch auf, wie die Überlandbusse auf dem Dinkelberg besser vertaktet und in Rheinfelden mit der Bahn abgestimmt werden könnten.
Um bequem und schnell zum öffentlichen Verkehrsmittel zu kommen, etwa zur S-Bahn, eignen sich laut Roths zum Beispiel Bürgerbusse, Anrufsammeltaxis oder autonom fahrende Kleinbusse. Für das Wiesental empfahl er neben Autoparkplätzen auch Radparkplätze für Pendler. Mit dem Rad führen die Menschen bis zu 1,5 Kilometer zur Bahn, sagte er. Daher würden Radstellplätze die S-Bahn in den Kernorten von Steinen, Maulburg und Schopfheim attraktiv machen.
Auch die neuralgische Kreuzung an der Baumgartnerstraße sprach Roths an. Dort stauen sich die Autos oft bis in die Nebenstraßen, wenn die S-Bahn-Schranken geschlossen sind. Roths schlug vor, die Verkehrsströme zu trennen: Autofahrer Richtung Süden schickte er durch die Brühlstraße, Richtung Norden durch die parallele Kreuzstraße. Auf der Brühlstraße könnten die Rechtsabbieger auf einer Extraspur an der Schranke warten, während alle anderen fahren könnten, so Roths. Sogar für eine Radspur wäre auf der Kreuzstraße Platz.
Gudrun Heute-Bluhm schilderte, dass auch die Bundes-CDU mit ihrem Klimaschutzprogramm unter anderem Radschnellwege und Park &  Ride-Plätze fördern will. „Die Diskussion ist bunter geworden“, stellte sie fest und wünschte sich, dass man über Generationen- und Parteigrenzen hinweg über umweltfreundliche Mobilität diskutiere.
Die zehn Zuhörer hatten ihre Wünsche auf Kärtchen notiert: etwa besser abgestimmte Ampeln in Lörrach, Weiterentwicklung der E-Mobilität, eine Verlängerung der grenzüberschreitenden Buslinie 34, und nicht zuletzt mehr Verständnis untereinander.

Ansprechpartnerin

Ulrike Krämer

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