Bleibt kämpferisch!“: Zum Abschluss der Debatte in der Aula des Hans-Thoma-Gymnasiums ermutigte Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) die Schüler, ihr Engagement für den Klimaschutz fortzuführen. Indes: idealerweise in Einklang mit dem Stundenplan.

Von Bernhard Konrad

Lörrach. Die Ministerin war auf Einladung des CDU-Stadtverbands nach Lörrach gekommen. Die Union hatte im März nach einer „Fridays for Future“-Demo eine überparteiliche Diskussion mit Schülern organisiert und in der Folge – unterstützt von Ex-OB Gudrun Heute-Bluhm – Eisenmann ins Dreiländereck eingeladen.
Nach einem Rundgang über den Campus mit Stationen in Phaenovum und Kamel-ion (wir berichten noch) stellte sich die Christdemokratin unter der Moderation des CDU-Fraktionsvorsitzenden Ulrich Lusche den Frage der Jugendlichen.

Während bei der Debatte im Frühjahr noch Überlegungen, wie Klimaschutz Eingang in Bildungspläne finden kann, eine wichtige Rolle spielten, rückten die Schüler nun zunächst Fragestellungen zu Rechtmäßigkeit und möglichen Konsequenzen ihrer Demos während des Unterrichts ins Zentrum.
Eisenmann – die als amtierende Kultusministerin die Schülerschaft kaum zur Verletzung der Schulpflicht anregen kann – würdigte die Bereitschaft zum politischen Engagement, forderte die Jugendlichen auf, weiter unbequeme Fragen zu stellen und zeigte sich überzeugt davon, dass die Mehrheit der Demonstranten der Sache wegen – und nicht zum Schuleschwänzen – teilnehme. Gleichwohl müssten alle, die mit dieser Form des Engagements bereit seien, gegen die Schulpflicht – und damit gegen das Gesetz – zu verstoßen, gegebenenfalls die Konsequenzen tragen: Der Verstoß könne nicht durch den Einsatz für eine gute Sache legalisiert werden. Eisenmann: „Ich werbe dafür, Konsequenzen mit Würde zu tragen.“ Klar sei auch, dass versäumter Unterricht nachgeholt werden müsse.
Gleichwohl respektiere sie diese Bewegung und sprach den Schulleitern das Vertrauen aus, dass diese in ihren Schulen gangbare Wege zum Umgang mit dem Protest finden. Ein Protest, der im Übrigen schon viel bewirkt habe, betonte sie: Über kaum ein anderes Thema werde derzeit so intensiv diskutiert.
Eine Schülerin rief in der sehr sachorientiert geführten Debatte in Erinnerung, dass gerade die Demonstrationen der Jugendlichen die Diskussionen in die Schule und den Unterricht getragen hätten. In etlichen Wortmeldungen wurde die Ministerin zudem darauf aufmerksam gemacht, dass die Politik mit wesentlich mehr Nachdruck am Thema arbeiten sollte. Es reiche nicht aus, einzugestehen, dass zu wenig für den Klimaschutz getan worden ist: „Wir möchten, dass es in Zukunft anders gemacht wird“, forderte eine Schülerin.
Eisenmann zeigte Verständnis für den Frust über das Tempo des Wandels. Sie räumte zudem ein, dass etwa mit Blick auf die Bausubstanz der Schulen mehr getan werden könne, Doch sie betonte ebenso, in Baden-Württemberg werde jeder fünfte Euro für Bildung ausgegeben und, so die Ministerin sinngemäß: Politik müsse viele Felder gleichzeitig bearbeiten.
Klar sei: „Euer Erfolg ist kein Kompliment für die Politik.“ Nun gehe es tatsächlich darum, Klimaziele nicht nur zu definieren, sondern zu erreichen. Dass die Schüler diesen Prozess mit Ungeduld begleiten, könne sie gut verstehen. Und: Sie sprach sich dafür aus, die Themen Klima und Klimaschutz verlässlich in die Bildungspläne einzuarbeiten.

Ansprechpartnerin

Ulrike Krämer

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