Lörrach - Wie sieht in den kommenden Jahren und Jahrzehnten das Zusammenleben der Bürger in ihrer Stadt aus, soll es lebenswert und zukunftsfähig sein angesichts eines demografischen Wandels, der die natürliche Alterspyramide kippt, da die Menschen älter werden? Welche Lebens- und Wohnformen bieten sich in einem technisierten, digitalisierten Zeitalter an?

Wie vorausschauende Quartiersentwicklung und –planung sich dabei darstellt, wollte der CDU-Stadtverband im Rahmen seiner Zuhör-Tour in einem gut besuchten Workshop in den Räumen der Lebenshilfe in Haagen mit Simone Fischer, der Behindertenbeauftragten der Landeshauptstadt Stuttgart, erarbeiten.

Nach einer kurzen Analyse der in den nächsten Jahren zur städtebaulichen Entwicklung anstehenden Quartiere mt ihren spezifischen Strukturen wurden das Gebiet Elisabethenkrankenhaus, Kreiskliniken und Vogelbach-Areal beispielhaft „herausgepickt“ und daran die Möglichkeiten einer ausgeglichenen Wohnbebauung aufgelistet.

Sie sollte Familien und Einzelpersonen, Kinder, Jugendliche und ältere Menschen, Behinderte und Mitbürger mit Migrationshintergrund in einer nachbarschaftlichen Wohn- und Lebensgemeinschaft einbinden. Denn dass langfristig nur das Zusammenleben verschiedener gesellschaftlicher Gruppen, das Zusammengehörigkeitsgefühl stärkt, Lebensqualität auf überschaubarem Raum schafft, darin waren sich alle Workshop-Teilnehmer einig.

Auch darin, dass dieses Modell viel guten Willen, Initiative, Mut und Kompromissbereitschaft von jedem Einzelnen erfordert, damit das Experiment glücken kann.

Denken in eng gesetzten Einzelstrukturen und „Einbahnstraßen“ haben hier keinen Platz. Vernetzung, Kontakte, Einbeziehung schon vorhandener Institutionen und Initiativen in das Gesamtkonzept eines innerstädtischen, zentrumsnahen Mischquartiers heißt die Losung. Vieles ist dabei zu beachten. So etwa Wohnraum, der bezahlbar bleibt, darum in erster Linie Geschosswohnungsbau, auf Klimawandel und Umweltschutz abgestimmte Bauweisen, ausreichend Grünflächen, Begegnungsräume und Kinderspielplätze, nachhaltiger Energieeinsatz- Stichwort: dezentrales Nahwärmenetz- grundsätzliche Barrierefreiheit, gesicherte Nahversorgung, organisierte Nachbarschaftshilfe eventuell Car-Sharing und damit Einsparung von Parkflächen, ein tragfähiges Mobilitätskonzept und gute Anbindung an den ÖPNV, aber auch Nähe zu Arztpraxen und Pflegediensten.

Wichtig erscheint auch, dass ein beachtlicher Teil der Baumaßnahmen, der Miethöhe wegen, im Einflussbereich der Stadt bleibt. Das heißt: Ein Großteil der Vorhaben sollte von der Wohnbau Lörrach realisiert, die Initiative nicht nur privaten Investoren überlassen werden.

Das Fazit dieser Veranstaltung: ein Bewusstsein für Potenziale wecken, in kleinen Schritten vorzgehen, Initiativen fördern und immer wieder innehalten und den Gesamtentwurf auf seine Stimmigkeit überprüfen, Neues an bestehende Projekte anbinden, um eine für (fast) alle akzeptable städtebauliche Lösung zu suchen. „Dafür gibt es professionelle Beratungsmöglichkeiten und Zuschussprogramme, die von der Kommune angefordert werden können“, so die CDU.

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