Das „C“ fragt nach dem Grundwerten, für die unsere Partei auch in Zukunft stehen will und die die Basis für die Bewältigung der künftigen Herausforderungen stehen: Digitalisierung, Demografischer Wandel sowie Umweltschutz und Unternehmergeist, dies zugleich als Synonym für die notwendige Versöhnung von Ökologie und Ökonomie.

Die in jeder Veranstaltung diskutierten Schwerpunkte stellen wir an dieser Stelle dar und geben Gelegenheit, sich an der Debatte durch Beteiligung an der themenzentrierten Online-Umfrage zu beteiligen.

Was bedeutet uns das „C“ in der CDU?

Podiumsdiskussion mit Filmvorführung am 7. Oktober 2018

Die Würde des Menschen ist unantastbar - Achtung der Menschenwürde**. Wie ein roter Faden zog sich dieser Anspruch an das „C“ im Namen der CDU bei der Umsetzung in praktische politische Entscheidungen durch die Beiträge bei der Podiumsdiskussion, mit der der Stadtverband Lörrach am 7. Oktober 2018 seine Zuhör-Tour mit Blick auf die kommenden Kommunalwahl eröffnete.
Im Rahmen eines Empfangs mit anschließender Filmvorführung („Papst Franziskus- ein Mann seines Wortes“), diskutierten Pfarrer Dr.Thorsten Becker und*Pfarrer Dr. Michael Hoffmann** für die beiden großen christlichen Religionen, Sabine Bieg und SAK-Geschäftsführer Dr.Jürgen Rausch aus mehr sozialer und alltäglicher Sicht die unterschiedlichen Zugänge zum „C“ in der CDU im vollbesetzten Union Kino. Die Veranstaltung moderierte die ehemalige Lörracher Oberbürgermeisterin, Gudrun Heute-Bluhm.
Mit den Mitbürgern ins Gespräch darüber zu kommen, welche Verantwortung das „C“ mit sich bringen würde und wie die Erwartungen in politisches Handeln umzusetzen seien, bezeichnete Ulrike Krämer, CDU-Stadtverbandsvorsitzende, als vorrangiges Ziel der Veranstaltung.

Zusammenfassung der Podiumdiskussion

Christliches Menschenbild und politische Grundwerte
Praktisches politisches Handeln muss den Menschen in seiner Würde und Individualität achten, so die Forderung der beiden Theologen und die von Gott geschenkte Freiheit dabei trotz aller Verschiedenheit und Pluralität der Meinungen berücksichtigen. Daraus leitet sich aber auch die Verantwortung ab, den Mitmenschen, gleich welchen Standes, welcher Herkunft, Rasse und Glaubensüberzeugung mit Wertschätzung und Respekt zu begegnen. Das gelte in gleicher Weise für die Schöpfung, den Anfang und das Ende des Lebens. so die beiden beiden Theologen. Dabei müssten auch unterschiedliche Meinungen in gegenseitigem respektvollem Umgang durchaus nicht unter den Tisch gekehrt, vielmehr offen angesprochen werden. „Das C verlangt auch Widerspruch. Streit kann positiv sein“, formulierte Dr.Michael Hoffmann. Sabine Bieg, stellvertretende Stiftungsratsvorsitzende der katholischen Kirchengemeinde Lörrach/ Inzlingen, sieht in ihrer Dankbarkeit für das Leben und eine Erziehung in einer christlichen Familie , aber auch im Wissen um die eigenen Grenzen die Verpflichtung, mit ehrenamtlichem Einsatz in ihrer Kirche einen Teil dieses Geschenks an ihre Mitmenschen zurückzugeben. Dr. Jürgen Rausch bezeichnete es als eine zentrale Aufgabe in der Arbeit von SAK und Diakonie, Menschen, die der heutigen Leistungsgesellschaft nicht in erforderlichem Maße gerecht werden könnten, in ihrer Selbstbestimmtheit zur stärken und sie zur gesellschaftlichen Teilhabe zu befähigen. Das „C“ sei Ausdruck und Anspruch einer Gesellschaft, die von einer Haltung der Solidarität getragen ist, so Dr. Jürgen Rausch. Seiner daraus abgeleiteten Forderung nach einem “bedingungslosen Grundeinkommen für jeden“, begegnete Dr. Thorsten Becker mit dem Anspruch der Allgemeinheit, das „Bedingungslose“ durch ein den individuellen Möglichkeiten entsprechendes Fordern zu ergänzen. So könne jeder seinen Beitrag zum Ganzen nach dem Grundsatz „Fördern und Fordern“, leisten. Auch diese Haltung verkörpere ein Stück Menschenwürde, „jemandem etwas zuzutrauen“.
Ingrid Ramminger

Meinungen und Fragen aus dem Publikum

Nicht alle Fragen aus dem Publikum konnten aus Zeitgründen bei der ersten Veranstaltung der Zuhör-Tour des CDU-Stadtverbands ausführlich beantwortet werden. Sie werden aber aufmerksam registriert und sollen in den kommenden Monaten in die kommunalpolitische Arbeit Eingang finden.
Ein wiederholt angesprochenes Thema ist der Umgang der CDU mit dem Islam- grundsätzlich ebenso wie im lokalen Bereich bei der Integration von Flüchtlingen. Religionsfreiheit ja- wenn ein Land jedoch Religion mit Politik gleichsetzt, mit der Gewissensfreiheit Missbrauch treibt, gerät Toleranz an ihre Grenzen, so die Ansicht mehrerer Teilnehmer an der Veranstaltung. Im Dialog die Wahrheit zu suchen, Menschenrechte, vor allem auch die der Frauen, zu achten, von Geflüchteten Toleranz auch gegenüber unseren christlich-abendländischen Wertvorstellungen einzufordern und sich offen zu diesen zu bekennen, ist eine gemeinsame Forderung.
Von da zur Flüchtlings- und Integrationspolitik ist es nur ein kleiner Schritt. Hier stellen die haupt- und ehrenamtlichen Unterstützer angesichts der immensen Anforderungen, die sich noch über Generationen erstrecken dürften, eine gewisse –verständliche!- Ermüdung und Enttäuschung fest. Dass hier der Ausblick zu euphorisch war, sei inzwischen wohl unbestritten. In Lörrach selbst und seinen Ortsteilen scheint das Problem nicht so dramatisch wie andernorts. Mehrfach wurde festgestellt, dass die Suche nach den Ursachen der Fluchtbewegungen in den Herkunftsländern bisher zu wenig beachtet wurde und sich hier für die Zukunft ein weites, sicherlich schwieriges Aktionsfeld auftut. Nicht zuletzt auch im Hinblick darauf, dass in der Bundesrepublik ausgebildete Flüchtlinge bei einer Rückkehr in ihre Heimat wertvolle Aufbauarbeit leisten und ihren Teil dazu beitragen könnten, die Verhältnisse positiv zu begleiten. „Stolz auf mein Land, dass auf dem Höhepunkt der Flüchtlingsströme der Mensch in seiner Armseligkeit und Hilflosigkeit Vorrang vor rechtlichen Überlegungen genoss“, äußerte Pfarrer Dr. Thorsten Becker in diesem Zusammenhang.
Was tut die CDU für den Umweltschutz? Hier ging es vor allem um die industrielle Massentierhaltung, die auf einhellige Ablehnung stößt und einen integrativen Bestandteil der Bewahrung der Schöpfung darstellt, die die Union sich auf die Fahnen geschrieben hat. Dr.Jürgen Rausch, Geschäftsführer des SAK, wies auf die vielfältigen Aktivitäten seiner Vereinigung hin, Jugendliche für das Leben in und mit der Natur zu sensibilisieren.
Und schließlich spielt der Begriff „Heimat“ und was darunter zu verstehen sei, eine Rolle in der Frage, wie die CDU damit umgehe. „Heimat ist da, wo ich angekommen, aufgenommen bin, wo ich mich frei fühlen und mitgestalten, kurz: wo ich der sein darf, der ich bin, unabhängig von Raum und Zeit.“ Dies der allgemeine Konsens.
Weitere Fragen, Anregungen und Ansprüche an das „C“ in der politischen Arbeit beziehen sich auf lokale Themen wie Frauenhaus, bezahlbaren Wohnraum und das Obdachlosenproblem, aber auch bewussten Konsumverzicht in einer Fun- und Leistungsgesellschaft, die zunehmend immer mehr auf Gewinn und Erfolg setzt und dabei den Menschen vergisst, seine Fähigkeiten und Bedürfnisse und die Individualität beiseiteschiebt. Rüstungsexporte und verantwortlicher Umgang mit Steuergeldern waren ebenfalls Themen von allgemeinem Interesse. Und nicht zuletzt die kritische Frage: “Müssen heute wirklich in so vielen Familien beide Eltern arbeiten, um am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben ?“

Ihre Meinung ist gefragt!

Wie stehen Sie zu dem "C" in der CDU?
Uns interessiert Ihre Meinung, auch wenn Sie nicht CDU wählen (würden). Denn wir sind überzeugt, dass wir politische Parteien mit einem Profil brauchen, welches die Menschen verstehen.

Die "1" bedeutet, dass Sie zustimmen, die "4", dass Sie gar nicht einverstanden sind.

In der praktischen Politik in der Kommune sollte sich die CDU an dem christlichen Menschenbild orientieren.

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Die CDU ist heute gleichermaßen interessant für Christen, für Menschen anderer Religionen und für Menschen ohne religiöses Bekenntnis

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Solidarität im Sinne des Anspruchs einer Partei mit dem "C" bedeutet Fördern und Fordern je nach den individuellen Möglichkeiten

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Zum Anspruch einer christlichen Partei sollte es gehören, insbesondere geflüchteten Menschen gegenüber Solidarität und Hilfsbereitschaft zu zeigen.

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Die CDU hat sich in den vergangenen Jahren ausreichend für die Integration von Geflüchteten und anderen Migranten eingesetzt.

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Umweltschutz als Bewahrung der Schöpfung muss zu den zentralen Anliegen der CDU gehören.

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